Den hydraulischen Steuerkettenspanner überlisten.

Alles was mit dem Motor zusammen hängt

Moderator: gcniva

Re: Den hydraulischen Steuerkettenspanner überlisten.

Beitragvon AET » 5. Dezember 2018, 10:14

Frickas hat geschrieben:Hallo Rainer,
nehme an, ihr wartet da auf ordentliche, hydraulische Spanner,


Ja, und die sind gestern endlich gekommen. uuuu

habe grad einen mechanischen bei dir in den Warenkorb gelegt mit der Vergleichsnummer: 21214-1006060-82,
ist der ordentlich?


Ja, die funktionieren gut.

Mich würde trotzdem interessieren, warum Lada überhaupt einen hydraulischen Spanner einbaut, wenn das mit einer Feder im Spanner so einfach geht und man damit keinen Motorschaden riskiert.


Metall ist einer Ausdehnung unterworfen.
Das heißt, die Steuerkette wird im Betrieb je nach Temperatur länger.
Soll heißen am Anfang, wenn der Motor kalt ist, muss sie weniger gespannt werden als bei Betriebstemperatur.
Öldruck hat da durchaus Vorteile, da er (theoretisch) für eine gleichbleibende Spannung der Kette sorgt.

Eine Feder ermüdet. Das heißt, die Spannung lässt über die Jahre nach.

Darum hat der mechanische Kettenspanner zum Nachrüsten Rasten.
Diese Rasten sorgen dafür, dass der Spanner die Kette mehr gespannt führt, als kontinuierlich spannt.
Die Feder darin schiebt nur die Raste auf die jeweils nächste Stufe und ist damit nicht der ermüdenden Wechselbelastung ausgesetzt.

Frage, warum verbaut Lada das nicht ab Werk...
Die Steuerkette längt sich mit der Zeit. (Im Normalfall sollte das über lange Zeit nur minimal passieren, aber es passiert.)
Die Rasten haben nur einen begrenzten Stellweg (Können ja, um auch stabil genug zu sein nicht im Mikrometer-Bereich arbeiten).
D.h. aber auch, dass wenn die Kette warm ist und durch die Längenausdehnung gerade so auf die nächste Stufe hopst, die Kette nach dem abkühlen eigentlich zu stark gespannt ist.
Das wiederum führt zu einer schnelleren mechanischen Längung der Kette und Abnutzung der Zahnräder im Kaltlauf.
Das dauert zwar ziemlich lang,
Ist aus Sicht eines Ingenieurs aber ein unhaltbarer Zustand. :wink:

Nun haben wir aber leider in der Praxis die Erfahrung, dass die tolle hydraulische Technik in der Ausführung hinkt.
- Die Spanner geben leider teils vor ihrer Zeit den Geist auf.
- Die Ölleitung hat zu Gunsten eines schnellen Öldrucks einen kleinen Querschnitt, setzt sich aber dadurch auch schnell zu.
- Der Öldruck ist generell zu gering/langsam im Aufbau. omm

Das wiederum führt unter Umständen zu einer zu geringen Kettenspannung,
dem bekannsten unschönen Rasseln, nebst defekten an anderen Stellen des Steuertriebs (Kettenberuhiger, Spannschiene)
und kann unerkannt/unbehandelt sogar zu einem Motorschaden führen.

Darum wägen die meisten Leute ab, was ihnen lieber ist.
Sicherlich auch in Abhängigkeit davon, wie oft sie schon Probleme mit der Technik hatten.
Prinzipiell funktioniert die originale Technik gut....solange sie eben funktioniert. --- k..

Gruß
Rainer
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Re: Den hydraulischen Steuerkettenspanner überlisten.

Beitragvon General » 5. Dezember 2018, 10:48

Sehr schön erklärt. üiiii
N 2121 EZL 9 / 2016 Euro 6. Danke lieber Gott, das Du das Niva gemacht hast, Detlef. Bild
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Re: Den hydraulischen Steuerkettenspanner überlisten.

Beitragvon christian@lada-ig.de » 5. Dezember 2018, 11:48

Wenn sich die Kette bei einer durchschnittlichen Öltemperatur von 90°C (wärmer als das Öl wird die Kette nicht) so doll längt, daß die nächste Raste erreicht wird, so möchte ich dagegenhalten, daß auch der automatische, mechanische Spanner "wächst" durch die Wärme... und auch der Block und auch der Kopf... allein dadurch wird die Längung der Kette ausgeglichen ....alles zieht sich wieder zusammen wenn es abkühlt....so haben wir hier bestimmt eine Nullsumme :wink:
Gruß
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Re: Den hydraulischen Steuerkettenspanner überlisten.

Beitragvon AET » 5. Dezember 2018, 12:15

christian@lada-ig.de hat geschrieben:Wenn sich die Kette bei einer durchschnittlichen Öltemperatur von 90°C (wärmer als das Öl wird die Kette nicht) so doll längt, daß die nächste Raste erreicht wird, so möchte ich dagegenhalten, daß auch der automatische, mechanische Spanner "wächst" durch die Wärme... und auch der Block und auch der Kopf... allein dadurch wird die Längung der Kette ausgeglichen ....alles zieht sich wieder zusammen wenn es abkühlt....so haben wir hier bestimmt eine Nullsumme :wink:


Kommt immer auf das Material an...
Da das alles unterschiedliche Materialien und -stärken sind, würde ich nicht von einer Nullsumme ausgehen.

Aber du hast sicher rechts, dass die Kette zwischen 0°C und 90°C keine großen Sprünge macht...es geht hier um ca. 1mm pro Meter (bei Vollstahl). omm
Wie gesagt....für einen Ingenieur eine durchaus gewichtige Änderung. ;)

Gruß
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Re: Den hydraulischen Steuerkettenspanner überlisten.

Beitragvon I-T » 5. Dezember 2018, 12:42

AET hat geschrieben:Prinzipiell funktioniert die originale Technik gut....solange sie eben funktioniert. --- k..


Was ja nicht so oft bzw. lange der Fall ist. .,.

Wie sieht es eigentlich mit den Ketten selbst aus, sind die neuen problematisch (so wie bei anderen Herstellern wo wir in unserer Werkstatt fast wöchentlich welche tauschen) ?
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Re: Den hydraulischen Steuerkettenspanner überlisten.

Beitragvon Dieter K. » 5. Dezember 2018, 12:53

I-T hat geschrieben:Was ja nicht so oft bzw. lange der Fall ist. .,.


Ca 145 Tkm. Funktioniert immer noch. _::
Bis denne!
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Re: Den hydraulischen Steuerkettenspanner überlisten.

Beitragvon I-T » 5. Dezember 2018, 13:53

Eine Fliege macht noch keinen Sommer. .,.
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Re: Den hydraulischen Steuerkettenspanner überlisten.

Beitragvon Dieter K. » 6. Dezember 2018, 11:36

Aber viele Fliegen einen Schwarm. _..,
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