Verschleißspuren und Motoralter

Alles was mit dem Motor zusammen hängt

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Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon Goblin » 27. September 2020, 19:49

Moin,

mal wieder ein paar Fragen an euch Insider:

Gibt es beim MPI Motor oder generell bei dem Block Hinweise auf das Alter des Motors in Form von Gießuhren oder ähnlichem?

Nach Tachostand und Kaufvertrag hat mein Russe 60t km runter. Inzwischen vermute ich das das nicht stimmt oder ein älterer Motor eingebaut ist.

Nach einem Thermostatschaden neulich, bei den der Zylinderkopf dann auch überhitzt ist, habe ich den Motor geöffnet und inzwischen quasi komplett zerlegt.
Die Ventile sind undicht (Kompression um die 7 bar, bei kaltem Motor) und Waschbenzin sickert durch.
Ein Zylinder hat erhebliche Ölkohle.
Von der Honung der Zylinderwand ist quasi nichts mehr zu sehen.
Die Kolben haben am Hemd deutliche Schleifspuren.
Die Lagerschalen der Kurbelwelle haben deutliche Riefen.
Einer der Anlaufringe, die die KW axial führen ist deutlich verschlissen, so dass die Welle ca einen halben mm Spiel hat.

Alles in allem ga z schln viel Verschleiß für die Laufleistung finde ich, oder liege ich da falsch?
Dazu kommen noch Abdrücke von Ventilen in den Kolbenböden und Trümmer eines alten Kettenberuhigers in der Ölwanne. Da ist wohl früher die Kette schon mal übergesprungen.

Morgen fahre ich mal zum Instandsetzer und frage den nach den Optionen....
Oder suche mir einen neuen Motor.

Schöne Grüße!
JL
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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon christian@lada-ig.de » 27. September 2020, 19:59

Goblin hat geschrieben:Alles in allem ganz schön viel Verschleiß für die Laufleistung finde ich,

Stimmt!
Goblin hat geschrieben:Morgen fahre ich mal zum Instandsetzer und frage den nach den Optionen....

Das Ergebnis wird dich aller Wahrscheinlichkeit dahin bringen: https://www.ebay.de/itm/Komplettmotor-M ... 5d9420a2b0
Gruß
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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon michaniva » 27. September 2020, 20:59

Goblin hat geschrieben:
Gibt es beim MPI Motor oder generell bei dem Block Hinweise auf das Alter des Motors in Form von Gießuhren oder ähnlichem?



Auf der rechten Seite zwischen Motorhalterung und Klopfsensor sollte das Gussdatum des Blocks stehen. Zwischen Gießen des Block und fertigen Motor sollen wohl maximal nur ein paar Wochen liegen.

Grüße Micha
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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon Beddong » 28. September 2020, 05:16

Hast Du mal in die Ölkanäle geäugt, besonders die in der Kurbelwelle? Wenn die zu sind, wird es auch einer der kaputt geschonten, bzw. nie warm gewordenen sein.
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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon beckerlaisa » 28. September 2020, 08:39

Moin Jäpke,

das liest sich beunruhigend. Wenn der Rest vom Fahrzeug ok ist, dann würde ich mich für einen anderen Motor entscheiden und den aktuellen Motor an die Straße stellen. Das hat auch den Vorteil, dass Du den Lada so viel schneller wieder flott kriegst. Kann schon sein, dass der Motor erst 60 tkm runter hat, allerdings hatte der wohl tatsächlich mal einen ordentlichen Schaden, und wahrscheinlich wurde der Motor dann notdürftig zusammengeflickt und der Lada schnellstmöglich verscherbelt.

Gutes Gelingen!

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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon Goblin » 28. September 2020, 09:29

Ich danke euch für die Infos!
Die Angaben auf dem Block sind im Moment nicht lesbar, da muss ich wohl noch etwas besser saubermachen, in dem Bereich ist die Oberfläche sehr narbig.

Die Kanäle in der Kurbelwelle sind erstmal unauffällig, an den Lagerstellen mit den gegenüberliegenden Bohrungen kann man problemlos durchgucken (bis auf die äußere am Kettenrad, da ist irgendwas im Weg). Keine Verkrustungen oder Schlamm zu sehen.
Die Diagonalbohrungen unter den Deckeln habe ich aber nicht geöffnet.

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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon Beddong » 28. September 2020, 13:08

Wenn Du Dir wirklich die zeitliche und finanzielle Mühe machen möchtest und den Motor wieder aufbauen willst, kann ich Dich nur dazu ermutigen. Das macht einfach Spaß wenn die Karre am Ende rennt und schnurrt ( besser als original ). Falls Du Teile oder Rat brauchst, könne wir auch gerne telefonieren. Aber wie hier auch schon geschrieben wurde, finanziell wird eine neuer Motor die günstigere Alternative sein.
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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon Goblin » 1. Oktober 2020, 20:27

Die Späne sind gefallen.
Zylinder sind auf Übermaß aufgebohrt, Kopf geplant, zwei Ventilführungen und alle Ventile mit den Schaftdichtungen getauscht.
Ich werde mal ein paar Vorher/Nachher Bilder zusammenstellen.

Jetzt kann ich das Puzzle wieder zusammensetzen. Lagerschalen, Ritzel und Kette und der restliche Kleinkram werden bei der Gelegenheit auch gleich getauscht.
Bis die letzten Teile da sind kann ich schon mal das Lager im Getriebe und diverse andere Kleinteile unterm Auto erneuern.

Die Kosten für den kompletten Motor, den Christian oben verlinkt hat, werde ich nicht erreichen. Ein gebrauchter Rumpfmotor wäre trotzdem günstiger gewesen - allerdings wieder mit einem unbekannten Lebenslauf, daher habe ich mich für die Kernsanierung entschieden. Und zerlegt war das meinte da ja ohnehin schon.

Beddong: Danke für dein Angebot für die telefonische Unterstützung! Mal sehen ob ich darauf zurückkommen muss...
Das Päckchen von dir ist heute übrigens auch angekommen :)

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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon christian@lada-ig.de » 1. Oktober 2020, 21:01

Goblin hat geschrieben:Die Kosten für den kompletten Motor, den Christian oben verlinkt hat, werde ich nicht erreichen

Dann ist die Welt bei euch noch in Ordnung omm
Gruß
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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon Beddong » 2. Oktober 2020, 05:33

Find ich total klasse das Du den Lümmel wieder frisch machst. üiiii
Aber nur kurz zur Relativierung wegen des neuen Motors: An den Tauschmotoren ist wirklich alles schon dran was dran zu schrauben geht...Lima, Ansaugung, Krümmer, Wasserpumpe...etc. einfach alles! Zeiht man die Anbauteile vom Gesamtpreis ab, bleibt für den Block nicht mehr viel übrig.

Bilder wären toll!
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Re: Verschleißspuren und Motoralter

Beitragvon Goblin » 11. Oktober 2020, 18:33

Eine Frage ist beim Zusammenpuzzeln gekommen:

Die Anlaufscheiben, die das Axialspiel der Kurbelwelle begrenzen habe ich im Set bekommen,eine silberne, eine messingfarbene.

Im Rep. Handbuch, das im Wiki zum Download steht, steht zu dazu
Eine Achsialbewegung der Kurbelwelle ist durch zwei Anschlagringhälften begrenzt. Diese werden in Sitzstellen des Zylinderblocks an beiden Seiten des mittleren Hauptlagers eingelegt, wobei an der hinteren Seite eine Ringhälfte aus Metallkeramik (gelb), an der vorderen Seite eine solche aus Stahlaluminium angebracht wird.


Zum einen sind bei meinem Motor die Anlaufscheiben am äußersten Lager auf der Schwungradseite angeordnet und nicht am mittleren Hauptlager, das nehme ich mal als Fortschritt gegenüber der Anleitung hin und wundere mich nur.
Meine Frage ist jetzt: Was ist im Buch mit der hinteren- und vorderen Seite gemeint?

Meine Annahme:
Hinten = zum Schwungrad --> "gelbe" Scheibe?
Vorne = Zum Steuertrieb --> silberne Scheibe?

Kann das jemand bestätigen oder korrigieren?

Bei den Altteilen kann ich keinen nennenswerten Farbunterschied feststellen, silbrig war davon vermutlich keine. Die Zum Steuertrieb aber ganz sicher nicht.

Schöne Grüße!
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