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Überlegungen zur Protrack 100%-Sperre

BeitragVerfasst: 23. Oktober 2018, 22:49
von Jan44
Guten Abend,

nach einem guten halben Jahr Nivafahren und davon einigen Ausflügen in die Offroadparks bin ich zunächst mal rundum zufrieden mit der Leistung des originalbelassenen Nivas.
Mir ist allerdings aufgefallen, dass insbesondere in Verschränkungspassagen recht schnell zwei Räder überkreuz Traktion verlieren, und dann meist nur Schwung hilft. Das ist mir aber nicht so lieb, ich mag es nicht so einfach mit Gewalt in unbekanntes Gelände zu fahren. Schöner wäre auch solche Passagen mit Bedacht fahren zu können.
Daher überlege ich auch die Hinterachse sperrbar zu machen.

Ich habe jetzt einige Zeit die Suche gewälzt und hier einiges, auch u.a. super Einbauberichte, zur Protrack pneumatischen Sperre gefunden. Es scheint auch jeder der eine hat sehr zufrieden damit zu sein. Einige Fragen habe ich aber auch mit viel suchen nicht klären können, deswegen hoffe ich auf eure Hilfe:

Aktuell sind bei der Lieferung keine zusätzlichen Planetenräder mehr dabei. Wo kann ich zwei passende herbekommen? Muss ich dafür tatsächlich einen kompletten Rep-Satz bestellen? Wenn ja, ist das hinten immer noch der mit 22 Zähnen (BJ 2018)?

Der Kompressor ist nicht gerade billig. Würde auch ein günstiger(er) 12V-Kompressor taugen? Gibt da diverse Produkte mit ca. 8 bar. Einen geeigneten Druckbehälter mit 0,5 Liter habe ich noch da (ehemalige CO2-Flasche mit 250 bar zulassung). Dazu müsste ich noch ein Druckschalter und Pneumatikventil besorgen, ist aber alles zusammen noch günstiger als 190 Euro. Wieviel bar braucht die Sperre um zu schalten? Oder hat vielleicht jemand eine Empfehlung für einen großen Kompressor, der auch gleich taugt um mal die Reifen von Geländeluftdruck wieder auf straßentaugliche Verhältnisse zu bringen? Dann müsste ich nicht immer zur Tankstelle schleichen...

Wie sieht es aus mit verstärkten Steckachsen? Im schlimmsten Fall verdoppelt sich ja das Drehmoment welches an der angetriebenen Seite anliegt, wenn die andere ohne Last mitdreht. Nicht umsonst ist die Sperre ja auf 4 Planeten ausgelegt. Wäre nur nix wenn dann die Steckachsen abdrehen...

Vielen Dank schonmal im Voraus für Eure Antworten!

Viele Grüße,

Jan

Re: Überlegungen zur Protrack 100%-Sperre

BeitragVerfasst: 23. Oktober 2018, 23:06
von Beddong
Sinnvoller als ne Sperre ist ein vernünftiges Fahrwerk und ein kurzes VTG. Wenn das nicht mehr reicht macht ne Sperre Sinn. Is aber nur meine Meinung.

Re: Überlegungen zur Protrack 100%-Sperre

BeitragVerfasst: 23. Oktober 2018, 23:20
von Jan44
Habe auch schon überlegt ob es noch was gibt was (als erste Maßnahmen) besser wäre.
An Leistung bzw. Drehmoment hat es mir bisher nicht gemangelt, das wäre ja so der Haupteffekt von einem kürzeren VTG.

Was sicher helfen würde wäre mehr Verschränkungsfähigkeit. Ich habe nur den Eindruck dass zumindest die nicht radikalen Möglichkeiten, also neue Federn/Dämpfer zur Höherlegung das nicht wirklich erhöhen. Beim Betrachten der Vorderachsaufhängung frag ich mich, wieviel cm da überhaupt drin sind, bevor der Ausfederweg weg ist, viel sieht das zumindest nicht aus.

Um ehrlich zu sein hat mir bisher an allen Stellen der Klappspaten immer noch weitergeholfen, aber man will ja auch nicht jedesmal aussteigen... .,.

Re: Überlegungen zur Protrack 100%-Sperre

BeitragVerfasst: 24. Oktober 2018, 04:53
von Beddong
Der Haupteffekt vom kurzen VTG ist langsameres und gefühlvollers fahren. Zu mehr verschränkung kannste hier und da etwas lesen.

Re: Überlegungen zur Protrack 100%-Sperre

BeitragVerfasst: 24. Oktober 2018, 09:43
von Chemiker
Hallo, allerseits,
wenn ich so lese, welcher Aufwand für so eine Sperre betrieben werden muß, möchte ich mal eine andere Idee zur Diskussion stellen. Sie ist unausgegoren und ich weiß nicht, ob so etwas überhaupt realisierbar ist oder vielleicht schon existiert. Bitte tötet mich nicht. Gehört wahrscheinlich auch in die Rubrik Bremsen. Wäre es nicht möglich, mit 2 weiteren Hebeln die Hinterräder mit der Handbremse einzeln abzubremsen und so die Antriebskraft auf nur ein Hinterrad zu lenken? Prinzipiell stelle ich mir das vor wie im Anhang gezeichnet.

Re: Überlegungen zur Protrack 100%-Sperre

BeitragVerfasst: 24. Oktober 2018, 10:14
von Jan44
Ja, das ist möglich mit den zwei Handbremsen und habe ich auch schon überlegt. Nachteil ist nur, dass dann in dem Moment wo das Rad wieder Kontakt hat man die Bremse lösen muss bzw. die Fahrt unterbrechen. Trotzdem wird das die Bremse halt belasten. Aber es gibt teilweise solche Bauweisen im Netz http://www.ladaniva.co.uk/baxter/resources/LSD.htm

Vielleicht zur Verdeutlichung von meinen Rahmenbedingungen, der Niva soll optisch und auch technisch so gut es geht original bleiben. Die doppelte Handbremse wird sicherlich keine Freude beim TÜV hervorrufen.

Die Fahrwerksumbauten gefallen mir echt gut, aber damit wird der Niva natürlich ein ganz anderes Fahrzeug, wenn das alles gemacht ist.

Mir ist klar, dass eine Sperre am Ende nur unzureichende Verschränkung ausgleicht, also man das Problem eigentlich woanders lösen müsste. Solange genug Verschränkt werden kann und alle Räder am boden sind läufts natürlich am besten. Ist so ein bisschen wie die Frage Hubraum oder Turbolader... Verschränkung ist durch nichts zu ersetzten außer durch Verschränkung :wink:

Wenn ich aber das Fahrwerk erstmal so belassen will, und auch außer evtl. neuen Federn nichts gemacht werden soll in Zukunft, komme ich halt über diese starken Verschränkungspassagen nur hinweg mit einer Sperre. Auch wenn das technisch nur die zweitbeste Lösung ist...

Interessante Diskussion finde ich, aber vielleicht darf ich nochmal auf die Fragen im ersten Beitrag zurückschieben...

Viele Grüße,

Jan

Re: Überlegungen zur Protrack 100%-Sperre

BeitragVerfasst: 24. Oktober 2018, 10:46
von Beddong
Grundsätzlich kannst Du jeden Kompressor benutzen, achte aber auf ne Trocknung. 8 bar geht wohl. 22 Zahn ist geblieben, abe die hast Du ja in deinem originalen Diff drinnen.

Re: Überlegungen zur Protrack 100%-Sperre

BeitragVerfasst: 26. Oktober 2018, 21:31
von Heisseluft
Mal bissel aus dem Nähkästel geplaudert...

Ich fahre im Trail 3,8er VTG , 4,44er Achsen, HA mit Lincoln-Locker, also 100% gesperrt.

Glaub mir, es ist ein sehr markantes Geräusch, wenn die Achswelle "plong" macht....

Das heisst aber nicht, dass du auf Sperre, kurzes VTG verzichten sollst....

Fahre einfach mit Hirn, und dann halten auch die Wellen.... :mrgreen:


Und mit der Protrack machst su auch nichts falsch...du erweiterst deinen Aktionsradius.....das irgendwann etwas nachgibt....sollte dir klar sein.

Re: Überlegungen zur Protrack 100%-Sperre

BeitragVerfasst: 28. Oktober 2018, 17:39
von besu7
Chemiker hat geschrieben:Hallo, allerseits,
wenn ich so lese, welcher Aufwand für so eine Sperre betrieben werden muß, möchte ich mal eine andere Idee zur Diskussion stellen. Sie ist unausgegoren und ich weiß nicht, ob so etwas überhaupt realisierbar ist oder vielleicht schon existiert. Bitte tötet mich nicht. Gehört wahrscheinlich auch in die Rubrik Bremsen. Wäre es nicht möglich, mit 2 weiteren Hebeln die Hinterräder mit der Handbremse einzeln abzubremsen und so die Antriebskraft auf nur ein Hinterrad zu lenken? Prinzipiell stelle ich mir das vor wie im Anhang gezeichnet.


So etwas hatte ich früher beim Belarus Traktor an der Fußbremse, für den Straßenbetrieb ließen sich beide Pedale mit einem Klapphebel verbinden.
Aber ich glaube bei solchen Umbauten wird der TÜV in Panik verfallen oder gleich an die Decke springen.