Grauimport, Erfahrungen

Erfahrungen , Fragen ....

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Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon Nivana » 5. Februar 2019, 13:00

Meine Erfahrungen im Mai 2018 zum Thema legaler Grauimport sind vielfältig und generell positiv. Ich hätte es mir aber auch leichter machen können. Es hat bis zur dt. Zulassung 3 Monate gedauert, der Behördensumpf ist abgrundtief, aber überwindbar. Ich habe auschließlich mit freundlichen und überaus bemühten Menschen zu tun gehabt. Das passiert einem eben nur mit einem Niva! Hier die Kurzversion!

Grauimport, Kenntnisstand 5/2018:
Mein Importeur liefert alles was der Mensch so braucht: russische Bahnschwellen, Schwermetall, Ural-Motorräder und eben auch Ladas. Der Preis für den Niva Baujahr 2/2016 war interessant, auf dem Tacho 26 Km, Preisreduzierung gabs noch durch meinen Verzicht auf jegliche Garantie. Nach der Anreise aus Hessen in die Uckermark zeigte sich alles wie angesagt. Keinerlei negative Überraschungen.

An Papieren lagen vor: russ. Brief mit beglaubigter dt. Übersetzung, russ. Garantieurkunde (hier nicht relevant), Deklaration des russ. Zolls, Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Zulassung eines Kfz. durch Hauptzollamt Frankfurt/Oder, DE-Fahrzeuggenehmigungsbogen nach EU-Richtlinie 2007/46/EG, DEKRA-Gutachten nach §13 EG-FGV mit vom Importeur bezahlten Datenblatt für Sachverständige zur Begutachtung nach §13 des TÜV-Nord.
Damit zur hessischen Zulassungstelle und zur Begrüßung: „Sie haben noch keinen Brief? Da müssen Sie erst einen Antrag auf Erteilung einer Einzelgenehmigung nach §13 bei der Bündelungsbehörde Fulda stellen.“
Eine Bündelungsbehörde in Hessen prüft alle zulassungsrelevanten Daten formal, Gefälligkeitsgutachten durch TÜV/DEKRA sollen so vermieden werden. Solche Stellen gibt es in einigen, nicht in allen Bundesländern.
Der Antrag wird gestellt.

1. Problem: Laut DEKRA §13 fehlt eine Wegfahrsperre. Mit einer §70 Prüfung stellt der TÜV diesen Umstand fest, vermerkt die Unverhältnismäßigkeit eines Umbaus und ebnet so den Weg für eine Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt nach §38a,1, Sicherung gegen unbefugte Benutzung.

2. Problem: Es liegt ein russ. Brief vor, damit ist laut Bündelungsbehörde das Kfz zunächst kein Neufahrzeug sondern gebraucht, das DEKRA-Gutachten nach §13 ist hinfällig, notwendig wäre ein § 21-Gutachten.
Problemlösung: Ein Lada bekommt mit der Produktion automatisch einen Brief, die Seite 1 entspricht ungefähr dem alten dt. Brief mit VIN, Prod.Datum, Farbe, Motor, russ. Typgenehmigung, Austeller usw. Auf Seite 2 erscheint der nächste Besitzer, hier der Expoteur/Händler in Russland, entspricht etwa dem alten dt. Kfz.-Schein. Dann kommen keine weiteren Einträge zu Kfz.-Schein und zugeteiltem Kennzeichen/Zulassungsdatum.
Weil da also auf Kyrillisch nichts steht, ist es dann doch ein Neufahrzeug.
Das wurde so auch akzeptiert.

3. Problem: Wenn also Neufahrzeug, dann mit Klima ab 1.1.2017 nur noch mit neuem Kältemittel. Meiner aus 2/2016 hat Klima mit altem R134a, also nicht zulassungsfähig. Außer mit Ausnahmegenehmigung RP Darmstadt. Also wieder zum TÜV, §70-Gutachten mit Bemerkung „Umrüstung nicht möglich“, ebnet so den Weg für eine weitere Ausnahmegenehmigung nach §47e, Genehmigung Klimaanlagen.

Die Ausnahmegenehmigungen wurden erteilt mit einer Verwendungsfrist von einem Monat !! Sie erlöschen bei einem Halterwechsel !!
Daraufhinn erstellt die Bündelungsbehörde einen neuen DE-Fahrzeuggenehmigungsbogen und alles wurde gut! Gebühren: 360.- € Kann man so machen, muss man aber nicht!
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon christian@lada-ig.de » 5. Februar 2019, 14:05

Respekt Alter!
Und herzlichen Glückwunsch!
üiiii
Gruß
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"Ich hab da so ein ganz komisches Gefühl.....ich glaub´, das könnte Glück sein" Alan Arkin

2121 Bj.84+90+92/2105 Bj.92/ 2109 Bj.94+96/ 2108 Bj.96/ GrandMa Bj.96+97/PA Bj.93/ SN95 Bj.96/ Mondeo Mk III Bj.06

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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon OSLer » 5. Februar 2019, 14:40

Puh, Glückwunsch!

Wieviel Ersparnis ist eigentlich übrig geblieben?
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Alle meine zukünftigen Autos wurden schon vor langer Zeit gebaut.
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon Nivana » 5. Februar 2019, 15:11

Danke für die Glückwünsche, ich habe dann ja auch wirklich was Eigenes!
Der Kostenfaktor ist schwer einschätzbar, Bauj. 2/2016 mit Erstzulassung 5/2018 mit 3 Jahren TÜV, Urban mit Klima, 11.000.- bis zu neuen Schildern und vor der Tür, 2x Kurzzeitkennzeichen noch dazu, schwer zu sagen! _..,
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon Maxfly » 5. Februar 2019, 15:30

Gratulation üiiii
Wie die Oma schon immer sagte
„Nur dem Mutigen gehört die Welt“

Klasse gemacht und Danke das wir daran teilhaben durften.
Grüße vom Dorf Andy ö.,
„der 21214 beschleunigt nicht, sondern nimmt fahrt auf“

LADA 212140 /X6D212140 Ez. Jan.2019 Euro 6C ein grauer
Ford RL2 Faltdachwagen in rot u. blau
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon General » 5. Februar 2019, 15:56

Ich ziehe den Hut. üiiii
N 2121 EZL 9 / 2016 Euro 6. Danke lieber Gott, das Du das Niva gemacht hast, Detlef. Bild
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon Beddong » 5. Februar 2019, 15:58

Coole Nummer, wie heißt der Importeur? Gerne auch per PN.
Liebe Grüße
Andy
Warum einfach wenn´s auch "richtig" geht!
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BSP-Niva
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon Fisch » 5. Februar 2019, 20:40

Klasse!!!
üiiii
- Danke für den Beweis: Wo ein Wille da ein Weg!
- Heutzutage findet man viel zu viele, die wissen wie es nicht geht! ö.,
- Meine Einbürgerung vom UAZ war auch schwieriger als gedacht http://russenblech.de/doku.php?id=uaz_b ... _zulassung

- Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt! :D

Danke fürs Teilen und viel Freude,
Fisch omm
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon Nivana » 5. Februar 2019, 22:14

Hallo Fisch,
das hat sich gelohnt, Glückwunsch! Die Umstände kommen mir so bekannt vor, außer dass die versammelte Beamtenschaft hinter mir stand und mit nach Lösungen suchte. Beispielsweise der Hinweis des RP, wegen der leicht unleserlichen und schwer zu kopierenden dt. Zollstempel keinesfalls die Originale zu versenden, wegen der Verlustgefahr auf dem Postweg. Lösungsvorschlag: Gehen Sie zum Ordnungsamt und lassen die Stempelung bestätigen, dann per Dienstfax zum RP. Ordnungsamt: Das kennen wir so nicht, da müssen wir den Vorgang erst vom Zoll Frankfurt bestätigen lasseen. Nach einer Stunde der Rückruf, die Frankfurter sind nicht zuständig. Frankfurt/Oder!! .,.m. Ach so, wir kümmern uns. Nach einer Stunde Rückruf, die in Frankfurt/Oder waren im Keller, alles klar, Stempelung bestätigt, das Fax ist unterwegs.
Geht doch! Nur nicht nachlassen und mit versierter Atemtechnik weitermachen! ö.,
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon I-T » 5. Februar 2019, 23:30

Respekt!

Ich wäre bereits bei Punkt 2 kollabiert. ioi.
Oder inhaftiert worden. :D
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon Markus K » 7. Februar 2019, 07:56

Tolle Nummer, Respekt für die Beharrlichkeit. Ob ich es bei einem Niva machen würde weiß ich nicht, zumal dieses Modell in allen Varianten bei Händlern zu kaufen ist und der Gebrauchtmarkt einiges hergibt.

Gute Fahrt
Markus K
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Re: Grauimport, Erfahrungen

Beitragvon angelascholtz » 7. Februar 2019, 11:40

Danke dass du das mit uns teilst.
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